Romane,  Sachbuch

Das Mondscheincafe von Mai Mochizuki [Rezension]

„Das Mondscheincafé“ von Mai Mochizuki ist ein bezauberndes Buch mit nur 200 Seiten, das durch sein im Dunkeln leuchtendes Cover sofort ins Auge fällt.

Das Mondscheincafé hat keinen festen Standort, taucht unvorhersehbar in Vollmondnächten in Kyoto auf – und wird von Katzen betrieben.

Eine erfolgreiche Drehbuchautorin in der Krise, ein Fernsehregisseur mit gebrochenem Herzen und zwei Unternehmer mit beruflichen Schwierigkeiten finden sich in der Nacht plötzlich in einem halb träumenden Zustand dort wieder.

Im Café erhalten sie neben süßen Köstlichkeiten lebensverändernde Ratschläge zu Liebe, Arbeit und Beziehungen von den charismatischen Katzen, die das astrologische Horoskop ihrer Gäste interpretieren.

Basierend auf dem japanischen Mythos, dass Katzen den Menschen, von denen sie gut behandelt wurden, etwas zurückgeben möchten, verzaubert diese Geschichte Leser auf der ganzen Welt.

Meine Meinung

Die Geschichte handelt von Mizuki Serikawa, einer Drehbuchautorin, deren Karriere ins Stocken geraten ist. Eines Abends entdeckt sie am Ufer des Kamogawa-Flusses das geheimnisvolle Mondscheincafé. Dort wird sie von Merkur, einem menschengroßen Tuxedo-Kater, bedient, unterstützt von der schneeweißen Perserkatze Venus und dem siamesischen Kater Saturnus, dem Chef des Cafés.

Mizuki erfährt, dass sie sich in der Marsperiode ihres Lebens befindet. Jede Lebensphase, benannt nach den Planeten unseres Sonnensystems, bringt ihre eigenen Lektionen mit sich. Der Katzenmeister erstellt Mizuki ihr Geburtshoroskop und zeigt ihr damit ihren Lebensweg auf: „Das Geburtshoroskop umreißt gewissermaßen das eigene Schicksal. Man kann es auch als Lebenskompass bezeichnen.“ (Seite 200)

Im Mondscheincafé trifft Mizuki auf weitere interessante Charaktere wie die erfolgreiche Regisseurin Akari Nakayama, die sich nach einem Partner sehnt, und die junge Schauspielerin Satsuki Ayukawa, die unter einem Shitstorm leidet. Die Geschichten dieser Frauen verweben sich, alle haben Probleme und alle werden von dem mysteriösen Café und seinen weisen Katzen beeinflusst werden.

Die Geschichte scheint zunächst bizarr, entfaltet sich aber auf eine natürliche Weise. Besonders der Bezug zur japanischen Mythologie, in der Katzen den Menschen, die sie gut behandeln, etwas zurückgeben möchten, verleiht der Handlung einen besonderen Zauber. Dies lässt die magischen Elemente ganz selbstverständlich erscheinen.

Die Protagonisten sind wunderbar gewählt, und der asiatische Schreibstil, den ich sehr schätze, kommt auch gut zur Geltung. Teilweise fand ich die detaillierten Erklärungen der Planetenphasen etwas störend, doch insgesamt hat mich das Buch verzaubert, vielleicht auch wegen meiner Liebe zu Katzen und ihrem geheimnisvollen Wesen.

Fazit

„Das Mondscheincafé“ ist ein märchenhafter Ausflug in die Welt der Astrologie und regt dazu an, über Geburtshoroskope und die Vorbestimmtheit unseres Lebens nachzudenken. Ein absolutes Muss für Katzenfreunde und alle, die sich für japanische Literatur und Astrologie interessieren.

Mehr zum Buch

Der Roman ist im April 2024 im DTV Verlag erschienen. Das Buch umfasst 208 Seiten und kostet als Taschenbuch EUR 13,00 – Link zum Buch bei Thalia* und Link zum Buch bei Amazon*

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