Romane

Lucinda Riley – Die verschwundene Schwester [Rezension]

Auf diesen Band hatte ich mich sehr gefreut, da ich ein großer Fan der Schwestern-Saga von Lucinda Riley bin. Das Buch hatte ich schon seit langem vorbestellt und habe ich gleich verschlungen, als es im Mai 2021 erschien.

Warum schreibe bzw. veröffentliche ich erst jetzt meine Rezension? Nun, das hat mehrere Gründe.

Vorab…

Ich habe „die verschwundene Schwester“ gleich nach dem Erscheinen gelesen und hatte schon meine Rezension im Juni schon fertig als die schreckliche Nachricht kam, dass Lucinda Riley an ihrer Krebserkrankung gestorben ist. Dass Lucinda Riley ernsthaft erkrankt war, war bereits einige Zeit bekannt. Allerdings wusste man nicht genau um welche Krankheit es sich handelte.

Bereits 2018 schrieb sie in ihrer Danksagung des Bandes „die Mondschwester“, dass diese Jahr ihr bisher schwerstes Jahr war und sie große Teile des Buches im Krankenhaus geschrieben hat.

Die Nachricht ihres Todes kam dann aber doch sehr überraschend, da der Öffentlichkeit nicht bekannt war, dass es ihr wieder so schlecht ging. Mich hat diese Nachricht auch sehr schockiert und ich fand es unpassend zu diesem Zeitpunkt meine Rezension zu veröffentlichen.

Ich bin sehr glücklich, dass ich bei der Litlove 2017 das Glück hatte Lucinda Riley kennenlernen zu dürfen. Besonders ist mir in Erinnerung geblieben, dass sie trotz einer riesigen Schlange beim Signieren, sich für jeden Einzelnen Zeit genommen hat und mit jedem Smalltalk gehalten hat während sie die Bücher signierte. Auch erinnere ich mich noch gut daran, wieviel Spass sie bei der Veranstaltung „Tea with Lucinda Riley“ mit dem drehenden roten Sessel hatte. Sie meinte, sie kommt sich vor, wie in einem James Bond Film (3. Bild).

Auf der diesjährigen Litlove im November wird es einen „Tribute to Lucinda Riley“ geben, bei dem sich Weggefährten der Autorin an Sie erinnern.

Inhalt

Sieben Sterne umfasst das Sternbild der Plejaden, und die Schwestern d’Aplièse tragen ihre Namen. Stets war ihre siebte Schwester aber ein Rätsel für sie, denn Merope ist verschwunden, seit sie denken können. Eines Tages überbringt der Anwalt der Familie die verblüffende Nachricht, dass er eine Spur entdeckt hat: Ein Weingut in Neuseeland und die Zeichnung eines sternförmigen Rings weisen den Weg. Es beginnt eine Jagd quer über den Globus, denn Mary McDougal – die Frau, die als Einzige bestätigen kann, ob ihre Tochter Mary-Kate die verschwundene Schwester ist – befindet sich auf einer Weltreise. Während die Schwestern ihre Suche nach Neuseeland, Kanada, England, Frankreich und Irland führt, schlüpft ihnen Mary immer wieder durch die Finger. Und es scheint, als wolle sie unbedingt verhindern, gefunden zu werden …

Meine Meinung

Aus 7 mach 8….

„Die verschwundene Schwester“ ist der 7. Band der Schwestern-Reihe und sollte eigentlich deren Abschluss sein. Kurz vor der Veröffentlichung gab Lucinda Riley auf Instagram bekannt, dass sie es nicht geschafft hat, sowohl die Geschichte der siebten Schwester als auch die von Pa Salt in nur einem Buch zu erzählen. Deshalb wird es einen 8. Band geben, in dem die Geschichte des geheimnisvollen Vaters der Schwestern erzählt wird.

Der 8. Band wurde teilweise noch von Lucinda Riley geschrieben, ihr Sohn wird die Geschichte zu Ende bringen. Den Plot konnte Lucinda aber noch beenden, so dass die eigentliche Geschichte von ihr stammt und ihr Sohn lediglich ihre Idee zu Ende umsetzten wird.

Meine Meinung zum Buch

Dieser 7. Band ist das bisher umfangreichste Buch der Schwestern Reihe. Mit über 800 Seiten ist es schon ein ziemlich dicker Schmöker. Wie bei den vorherigen Bände, gibt es auch hier wieder einen Gegenwarts- und einen Vergangenheitsstrang in dem wahre Begebenheiten bzw. geschichtliche Ereignisse mit einfliessen. Dies ist eine der Besonderheiten für die ich diese Reihe so schätze. Nicht nur, dass man in jedem Band eine andere Schwester, deren Geschichte und Kultur kennenlernt, Lucinda Riley lässt auch immer eine interessante, meist wenig bekannte geschichtliche Begebenheiten miteinfliessen. Oft habe ich während des Lesens ihrer Bücher nebenher auf dem Tablet nachgeschlagen um mehr Zum Thema zu erfahren.

In der Gegenwartsgeschichte der verschwundenen Schwester begeben sich die sechs schon bekannten Schwestern auf die Suche nach der verschollenen 7. Schwester. Dabei reisen sie quer durch die Welt um die letzte Schwester aufzuspüren.

Der Vergangenheitstrang spielt in Ireland, dem Land in dem Lucinda Riley geboren wurde. Der Fokus der Geschichte liegt dabei auf dem irischen Unabhängigkeitskrieg und des „Cumann na mBan“, dem irischen Frauenrat, der aus Frauen bestand, die die Kämpfer heimlich unterstützen und „nebenher“ den Alltag aufrecht erhielten in dem sie sich um die Höfe, die Kinder und den Alltag kümmerten.

Der Gegenwartsstrang

Ich muss zugeben mit diesem Strang der Geschichte bin ich irgendwie nicht so richtig warm geworden. Die sechs Schwestern, Maia, Ally, Star, Cele, Tiggy und Elektra gegeben sich gemeinsam auf die Suche nach der noch fehlenden Schwester Merope. Ein ungewöhnlicher Ring soll ein Zeichen sein, an dem sie die Schwester erkennen sollen – soweit so gut.

Die Art und Weise wie diese Suche aber durchgeführt wird, wirkt wie irgendetwas zwischen Stalking und Slapstick. Das passt meiner Meinung nach überhaupt nicht zu den klugen und eigentlich feinfühligen D’Aplièse Schwestern. Außerdem gab es viele Längen in der Erzählung, was das Lesen teilweise mühsam macht.

Einzig der Teil des Gegenwartsstrang von Ally in der Provence hat mir gut gefallen und wirkte auch rund. Inhaltlich möchte ich dazu nichts sagen, um nicht zu viel zu verraten.

Die Vergangenheit

Die Vergangenheitshandlung dieses Bandes spielt, wie schon erwähnt, im Irland um 1920 zur Zeit des Unabhängigkeitskampfes. Die Geschichte ist diesmal ziemlich komplex und wird aus unterschiedlichen Perspektiven und Blickwinkeln erzählt. Durch die vielen Erzähler musste ich mich beim Lesen teilweise konzentrieren, um nicht den Überblick zu verlieren. Mir hat dieser Part der Erzählung aber trotzdem gut gefallen.

In letzter Zeit habe ich viele Bücher gelesen die in Irland spielen und fand die Aufarbeitung dieses schmerzhaften Konflikts gut und spannend erzählt. Ein besonderen Augenmerk hat Lucinda Riley dabei auf die „Cumann na mBan2 gelegt, die mir bisher unbekannte Untergrundorganisation der irischen Frauen. Diese Frauen haben unter Einsatz ihres Lebens die Kämpfer unterstützt und für die Rechte der Frauen gekämpft.

Fazit

Die verschwundene Schwester ist leider der schwächste der bisher erschienen Bände. Dies mag vielleicht daran liegen, dass die Autorin schon sehr krank war, aber diese Geschichte noch unbedingt veröffentlichen wollte. Vielleicht wäre die Geschichte ohne diesen traurigen Hintergrund noch einmal etwas überarbeitet und gestrafft worden, aber das ist Spekulation. Obwohl es der schwächste Band ist, habe ich das Buch gerne gelesen, einfach weil ich die komplexe Geschichte der Schwestern sehr gerne mag.

Um das Buch zu lesen, sollte man auf jeden Fall die vorherigen Bände kennen, sonst hat man keinen Spaß an der Geschichte.

Wahrscheinlich braucht man auch etwas Muse um in die über 820 Seiten lange Story eintauchen zu können, am besten fängt man an einem regnerischen Herbstwochenende mit viel Zeit mit dem Lesen an. Deshalb von mir eine eingeschränkte Leseempfehlung, für Fans der Reihe aber ein must-read.

Ich denke, dass viele Leser auch enttäuscht waren, dass die Geschichte von Pa Salt nicht erzählt wurde und es jetzt doch noch einen weiteren Band geben wird. Mir gefällt die Idee, dass die wahrscheinlich auch sehr komplexe Geschichte des mysteriösen Adoptivvaters der Schwestern ein eigenes Buch gewidmet wird.

Postiv herausheben möchte ich noch, dass der Verlag es geschafft hat, alle bisherigen sieben Bände im gleichen Titeldesign herauszubringen, so dass die Reihe wirklich einheitlich aussieht. Dies ist leider inzwischen nicht mehr selbstverständlich. Mein innerlicherer Monk ärgert sich dann immer, wenn eine Reihe im Bücherregal nicht einheitlich wirkt.

Mehr zum Buch

Die verschwunden Schwester ist im Mai 2021 im Goldmann Verlag erschienen. Das Buch hat 828 Seiten und kostet als gebundene Ausgabe EUR 22,00. – link zum Buch bei Genialokal*.

Übersetzt wurde das Buch von Karin Dufner, Sonja Hauser, Sybille Schmidt und Ursula Wulfekamp.

Zeitgleich mit dem Buch ist wie bei den vorherigen Bänden auch eine wunderbare Hörbuchversion im Hörverlag erschienen. Hier lesen Oliver Siebeck, Sabine Arnhold, Monika Oschek, Thomas Hollaender. Die Spieldauer ist 22 Stunden und 33 Minuten und die Lesung ist ungekürzt. Verfügbar ist das Hörbuch als CD oder bei Audible (was ich empfehlen würde) – Hier der Link zu der Version bei Audible*.

Wenn du noch kein Audible Abo hast, hier kannst du ein kostenloses Probeabo abschliessen*.

Die komplette Reihe

Die bereits erschienen Bände in der richtigen Reihenfolge:

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One Comment

  • Claudia Winter

    Liebe Vera, das ist ein sehr schön aufgemachter und persönlicher Bericht mit sehr interessanten Einblicken. Klasse geschrieben und unglaublich wertschätzend.
    Da macht so ein Blog wirklich Spaß zu lesen.
    Liebe Grüße
    Claudia

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